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Als Vorbild für das Logo diente die Gravierung eines Wildpferdes auf einem Flussgeröll, das aus dem Inventar der magdalénienzeitlichen Wildpferdjägerstation Oelknitz im mittleren Saaletal stammt. Unter der Leitung des Jenaer Professors G. Neumann wurden 1932 erste Untersuchungen durchgeführt, 1957 großflächig durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar fortgesetzt und nach 10jähriger Grabungstätigkeit beendet.
Mit den archäologischen Untersuchungen konnten drei Behausungen sowie Feuerstellen nachgewiesen werden. Als typische Werkzeuge sind in dem Inventar Rückenmesser, Kratzer und Bohrer aus Feuerstein, Quarzit und Kieselschiefer vertreten. Auf den Flußgeröllen und Sandsteinplatten wurde am häufigsten das Wildpferd dargestellt. Bedeutende Kleinkunstfunde sind weiterhin Frauenstatuetten.

Wildpferddarstellung
Flussgeröll mit Wildpferddarstellung, Freilandstation Oelknitz

Jungpaläolithische Kleinkunst in Thüringen

Der zeitliche Rahmen reicht von 40.000 bis etwa 10.000 vor heute und ist gegliedert in das Aurignacien, Gravettien, Magdalénien und das Spätpaläolithikum. Höhlenmalereien wie wir sie aus dem französischen oder spanischen Gebiet kennen, sind aus dem mitteldeutschen Raum nicht bekannt. Hingegen gibt es hier zahlreiche figürliche Darstellungen und Gravierungen auf Geröllen, Steinplatten, Geweihen und Knochen, die vor allem aus magdalénienzeitlichen Fundplätzen an Saale und Elster stammen.
Abgebildet wurden vor allem Pferd, Nashorn, Mammut und Vogel, Erstere ist die in Mittel- und Südwesteuropa am häufigsten dargestellte Tierart. Menschendarstellungen treten dagegen seltener auf. Kleine Plastiken und Gravierungählen zur so genannten mobilen Kunst, im Gegensatz zur unbeweglichen Kunst wie den Höhlenmalereien.
Wichtige jungpaläolithische Fundplätze mit Kleinkunst in Thüringen sind die Teufelsbrücke bei Saalfeld, der Bärenkeller bei Garsitz, die Urdhöhle und die Kniegrotte Döbritz sowie die Freilandstation Oelknitz.

Geweihmeißel
Geweihmeißel mit Wildpferdgravierung, Döbritz

In Oelknitz wurden Frauenfiguren gefunden, die nach Vergleichsfunden im Rheinland nach dem dortigen Fundort als Typ Gönnersdorf bezeichnet werden, der besonders im westlichen und südwestlichen Mitteleuropa verbreitet ist.
Aus der Kniegrotte stammt ein bearbeitetes Stück Elfenbein, das nach seiner Form als "Fußsohlenidol" bezeichnet wird. Betrachtet man das Fundstück genauer kann man sich auch eine Eule, deren Gefieder durch die Gravierungen auf dem Stück angezeigt wird, vorstellen.
Gravierte Frauenstatuetten sind von der Teufelshöhle bei Saalfeld bekannt, diese sind vor allem im westlichen und südwestlichen Mitteleuropa verbreitet. Weiterhin finden sich zahlreiche geometrische Verzierungen aus Linien und Kreisen (nichtfigürliche Motive), z.B. Teufelsbrücke und Oelknitz.

Eule
Fußsohlenidol/Eule
Kniegrotte
space Bärenköpfchen
Bärenköpfchen, Urdhöhle b. Döbritz
space Frauenfigur
Frauenfigur
Oelknitz

In jüngster Zeit vorgestellte Gravierungen mit Mammut- und Frauendarstellungen stammen aus den magdalénienzeitlichen Fundstellen Lindenthaler Hyänenhöhle; geometrische Motive auf Geröllen von dem Großen Spittelacker bei Gleina im mittleren Elstertal um Gera. Neben figürlichen sind geometrische Darstellungen im mitteleuropäischen Magdalénien vor allem im östlichen Mitteleuropa sowie in Böhmen und Mähren verbreitet. Im übrigen Mittel- und Westeuropa herrschen figürliche Darstellungen vor, geometrische sind seltener. Verziert wurden auch Gebrauchsgegenstände wie die Widerhakenspitze aus der Kniegrotte.

Widerhakenspitze
verzierte Widerhakenspitze, Kniegrotte bei Döbritz

Literaturhinweise:

  • M. Küßner, Gravierungen von Fundstellen des späten Jungpaläolithikum im mittleren Elstertal um Gera, Ostthüringen. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Archäologie Sachsen-Anhalt 57/I (Halle/Saale 2003) 337-348.

  • K. Wüst, Die Motive der Teufelsbrücke in der magdalénienzeitlichen Kleinkunst Mitteleuropas.


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